Wachs im Mittelalter..

Einige Fakten und Zahlen

 

In der Zeit des Mittelalters waren Bienenwachskerzen etwas ganz Besonderes und vor allem auch etwas außerordentlich Teures. Der Preis für Wachs betrug etwa das Zehnfache von Fleisch.

Lediglich Fürstenhäuser sprich, der Hochadel , die Kirche und...

Klöster konnten sich solch eine Beleuchtung leisten. Sie waren sehr geschätzt, da sie ohne lästigen Qualm und mit angenehmem Geruch verbrannten.

 

- Belegt ist, dass bei großen und außergewöhnlichen Festen bei Hofe bis zu 7000 Kerzen brannten.

- Nach Unterlagen erwarb das Kloster Corbie in Frankreich im Jahre 1036 auf den Märkten von Cambray ganze 6 Zentner Wachs.

- Für die an kirchliche Einrichtungen abzuführenden Naturalabgaben (Zensuale) stand dem Wachszins eine bedeutende Rolle zu. An das Kloster Corvey beispielsweise mussten 20 Bauern jährlich je 33,5 kg Bienenwachs abliefern.

- Zum Ende des 15. Jahrhunderts war der Verbrauch der Schlosskirche zu Wittenberg bei über 35 750 Pfund Bienenwachs, demgegenüber standen jedoch auch ca. 900 Messen, die jährlich gelesen wurden.

So sicherten sich die Kirche, Zünfte und Innungen ihren Wachsbedarf.

- Auch die Zünfte trugen einen Teil der hohen Lasten von Wachs. So ist aus dem Ort Greifenstein in Österreich bekannt, dass jemand, der an einem Samstag nach dem Mittagsläuten im Weinberg arbeitete, der Kirche 1 Pfund Wachs abgeben mußte.

 

Ein Auszug aus der Handwerksordnung der Leipziger Schneider aus dem Jahr 1386:

- Auch soll kein Schneider und Schneidergeselle an Feiertagen oder in Feiernächten arbeiten. Wer das tut, der soll,  

wenn er ein Schneidermeister ist, 1 Pfund Wachs für Kerzen geben. Ist er ein Schneidergeselle, so soll er dafür 1/2 Pfund Wachs geben.

Aus der Geschichte der Bäckerinnung.

- Eine Gesellenprüfung im heutigen Sinn gab es nicht. Damals galten zwei Jahre Lehrzeit. Dafür musste der Lehrling dem Meister sieben Taler und der Innung eine Tonne Bier und zwei Pfund Kerzenwachs zahlen. Wenn der Lehrling nach diesen zwei Jahren Geselle geworden war, konnte er sich von der Innung einen Lehrbrief gegen die Gebühr von einem schweren Gulden besiegeln lassen.

 

Vom 11. bis zum 15. Jh. entsprach der Wert von 2 Bienenvölker dem Wert einer Kuh.

- Nach zeitgenössischen Quellen stellten in der Mitte des 17. Jahrhunderts 3 1/2 Pfund Honig einen Wert von einem Spanferkel dar.

 

Auf Diebstahl von Wachs, Honig und Bienen standen hohe Strafen (Salisches Gesetz von 510).

- Die "leges barbarorum" (Volksrechte) stellten die Aneignung fremder Hausbienen unter hohe Strafe. Zusätzlich zur Erstattung eines Mehrfachen des Schadenswertes, wurden Leibesstrafen (z.B. Auspeitschen) verhängt.

- Vom Hochmittelalter an wurde der Diebstahl von Bienenstöcken mit der Todesstrafe belegt - meist durch Erhängen, auch "Ausdärmen" wird genannt. 

 

 

Ich denke zur heutigen Zeit wäre es wieder sinnvoll, die Strafen für den Diebstahl von Bienenvölkern zu erhöhen.  Es passiert leider immer wieder, dass Völker entwendet oder zerstört werden. Leider ist das nicht immer möglich, da oftmals die Täter nicht gefunden werden. Passt gut auf eure Völker auf!

Vielen Dank fürs Lesen und Grüße aus dem Allgäu

Kommentar schreiben

Kommentare: 0