Rechtliche Probleme mit Bienen im Mittelalter

Auch damals schon...

 

Die Waldbienenhaltung im Mittelalter brachte einige rechtliche Probleme mit sich. Da sich die Bienen 

nicht wie andere Tiere anbinden, beherrschen oder kennzeichnen ließen, waren die Besitzverhältnisse sehr unklar. Man markierte zwar die Beuten; dass ein Bienenvolk jedoch aus seiner Wohnung nicht wieder auszog, war dadurch natürlich nicht gewährleistet. Auch der Fortflug der jungen Bienenschwärme konnte nicht verhindert werden und brachte rechtliche Fragen mit sich: Wem gehörte der neue bzw. der ausgezogene Schwarm? Verschiedene Ordnungen wie Weistümer und Rechtsbücher regelten dies, meist hatten jedoch der Finder, der Schwarmbesitzer sowie der Besitzer der angelegten Stelle Rechte an dem gefundenen Schwarm. Die Bienenhalter im Spätmittelalter wussten um dieses Problem des Ausziehens der eigenen Bienen und hatten auch einige "Hausmittel" um die Bienen zu halten.

Wol ist zu merken / Wenn ein Schwarm im außzuge sich nach meines nachbarn Garten / oder einem hohen Baume lencket / so trete ich ihm an dem orthe vor den weg / und klingele / so weicht er vom Schalle wiederum auff die andere Seite / dadurch schaden und gezäncke verhütet wird. Unter allen instrumenten aber / damit man klingelt / sind alte Sensen am besten / weil solcher Klang ihrem gesange am ehnlichsten.  (Caspar Höfler, Die rechte Bienenkunst, Leipzig 1614, S. 162)

 

Das Klingeln diente dazu, die Bienen irre zu machen, weil sie dadurch ihre Königin nicht mehr hören konnten und gezwungen wurden, sich anzulegen. Außerdem warf man mit Sand und Erde und spritzte mit Wasser, damit sich die Bienen so schnell wie möglich an der nächsten Stelle niederließen.  (Ebd. S. 161)

Bienenstöcke des 14. Jahrhunderts
Bienenstöcke des 14. Jahrhunderts

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Kommentare: 1
  • #1

    Tobias (Montag, 13 Februar 2017 13:36)

    Hallo Michael,
    ein sehr interessanter Artikel, ein Onkel von mir erzählt mir immer, dass er mal dabei war, wie ein alter Imker einen Schwarm dazu gebracht hat, indem er seine Sense (bayr. Sengst ;-) ) gewetzt hat, dass er sich an die Sense gehängt hat und er ihn dann in eine Kiste eingeschlagen hat.
    Ich konnte es leider bei meinen eigenen Bienen selber noch nicht ausprobieren, da ich meistens keine Sense dabei hab! ;-)
    Schöne Grüße
    Tobias