Das Wachs in der Salbe

Ein wichtiger Bestandteil...

 

Auch das Wachs wurde in der mittelalterlichen Medizin verwendet, um mit seiner Hilfe Gebrechen zu lindern. 
Im Folgenden habe ich für euch noch einen Auszug aus dem wundärztlichen Rezeptbuch vom Oberrhein:

 

Ein gut pflaster fur / das swinden/ Item wiltü ein gutt pflaster machen, / wen ein bein oder ein arm swindt,

so nim gelb ongenottiget wachs vnd milch / schmalcz vnd loß eß wol zergen vnd / czeuch ein leinen duch dor durch vnd / henck eß vber ein stangen vnd loß / eß kalt werden. Vnd nim dan der herten / bossen nesseln vnd reyb im daz beinn oder / den arm, daß er blüt rot wurd, vnd salb / in mit der wund salben, die vorgeschri-/ben im buch stott, vnd an den stucken, / so vergeh eß schon. / 

 

 

Hier noch die Übersetzung des Textes:

 

Ein gutes Pflaster für das Schwinden:

Willst du ein gutes Pflaster machen, für das Schwinden eines Beines oder Armes, so nimm gelbes jungfräuliches Wachs und Milch. Schmelze es und lass es wohl zergehen und durchtränke ein Leinentuch durch und durch. Hänge es dann über eine Stange und lass es kalt werden. Nimm dann die harten Stängel von Brennnesseln  und reibe damit das Bein oder den Arm ein, dass er blutrot wird und salbe es dann mit der Wundsalbe, welche vorher beschrieben wurde, ein, so wird es vergehen. 


Es handelt sich um ein Rezept für ein Pflaster gegen Gliederschwund. Das besondere an diesem Rezept ist der Ausdruck "ongenottiget wachs", der das Jungfrauenwachs bezeichnet. Diesem Wachs, dessen Bezeichnung  >> noch nicht durch Honig oder Brut dunkel gefärbt<<  meint, wurde eine besondere Wirkung zugeschrieben.

 

Auch heute noch verwenden wir Wachs zur Herstellung von Salben, denn die heilenden Eigenschaften von Wachs in Verbindung mit Auszügen von Heilkräutern bringen Linderung und das auf ganz natürliche Weise.

 

Danke fürs Lesen! 

Grüße aus dem Allgäu

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